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Westin Grand Berlin
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Akrobatin II, Foto: Selbmann, Seefeuer

Kunst & Spionage

Das letzte Geheimnis von Markus Wolf

Das Westin Grand Berlin zeigt ab 3. März 2017 die Kunstwerke des Agenten Erwin Miserre alias Horst Meier, der im Auftrag des DDR-Geheimdienstes in Brüssel die Nato ausspionierte
Berlin, 2. März 2017 – Vom 3. März bis 19. Mai 2017 sind 25 Skulpturen des DDR-Spions Erwin Miserre in der Ausstellung Meier/Miserre: Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit in Lobby und Foyer des Westin Grand Berlin zu sehen.
Der Künstler Horst Meier, studierter Journalist, begann 1963 für den Auslandsgeheimdienst der DDR zu arbeiten und bezog als Erwin Miserre Mitte der sechziger Jahre Quartier in Brüssel bei der NATO. Frau und Kinder ließ er mehr oder weniger in der DDR zurück. In der belgischen Hauptstadt nahm er das Studium der Künste auf und ging bei einem der bedeutendsten Bildhauer Belgiens, Oliver Strebelle, als Meisterschüler in die Lehre. Horst Meier pendelte zwischen den Schützengräben des Kalten Krieges und dem freien Geist des Ateliers. Nachdem seine Tarnung aufzufliegen drohte, ging er 1976 zurück in die DDR in sein Heimatdorf in Brandenburg, gemeinsam mit seiner inzwischen zweiten Frau, einer Belgierin.
Hier widmete er sich fortan der Kunst. Seine Plastiken erzählen Geschichten, eröffnen Verweise, verkleiden Gedanken: Sie sind fabelhaft und phantastisch, sinnlich und erotisch, moralisch und abstrakt.
Zu Lebzeiten lehnte er eine öffentliche Ausstellung stets ab. Seine Werke verkaufte er nur da, wo persönliche Beziehungen bestanden. Markus Wolf, Chef des DDR Geheimdienstes, bekam von ihm zum 60. Geburtstag 1983 zwei Skulpturen für sein Büro geschenkt. Anfang der Achtziger Jahre war es auch, als der Leipziger Künstler Günther Rothe auf Horst Meier stieß und die künstlerische Zusammenarbeit beider Männer begann.
Nach dem Tod von Meier/Miserre im Herbst 2016 präsentiert Günther Rothe dessen Werke in einer Deutschland-Tournee erstmals der Öffentlichkeit. Auch er erfuhr erst vor gut zwei Jahren von der Agententätigkeit Horst Meiers. Die Werke sind begehrt, sie kosten zwischen 1.800,00 Euro und 70.000,00 Euro. Von jeder Skulptur werden nur 12 Stück gefertigt.
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